Die Hütte

In Tirol noch eine frei und unbewohnte Berghütte zu finden ist gar nicht so einfach. Sehr viele Süddeutsche, überwiegend aus der Landeshaupstadt Bayerns kommend, nutzen die Nähe des wunderschönen Nachbarlandes zu Freizeitaktivitäten in den Bergen. Sehr praktisch ist da natürlich ein ständiges, festes Quartier. Und da sind Berghütten sehr beliebt.
Wäre nicht in vielen Gemeinden ein Hüttenausbaustopp erlassen worden, so würde zwischenzeitlich wohl jeder ehemalige Heustadl als Berghütte dienen.
Viele Jahre war ich bei Freunden als Gast auf einer anderen Hütte am gleichen Berg, dem Leitnstallerl. Glücklicherweise wurde gerade bei diesem Bauern eine weitere Hütte frei und konnte von mir übernommen werden. Lt. Peter, unserem Bauern eine vor ca. 300 Jahren erbaute Sennhütte.
Die Räumlichkeiten sind vorgegeben und können nicht verändert werden.
Von der ursprünglichen Ausstattung war leider nicht all zuviel mehr da, so dass wir selbst für das notwendige Ambiente sorgen mußten. Der Vorpächter hatte schon reichlich Arbeit hinsichtlich des Ausbaus geleistet und so haben wir die Ries-Hütte mit viel Fleiß und Liebe nach unseren Bedürfnissen, allerdings immer unter Wahrung ökologischer Gesichtspunkte weiter ausgebaut und eingerichtet.
Und nun, nachdem wir uns schon fast 23 Jahre hier oben wohl fühlen, macht die "Hütt'n" immer noch so viel Freude wie am Anfang.

© by jhoerner © by jhoerner
Die Sommer Ries-Hütte
In den schneefreien Monaten kann man mit dem Auto bis zum Parkplatz, unmittelbar vor dem Schranbach der vor der Hütte vorbeifließt, fahren. Die Logistik ist daher kein Problem. Das Heranschaffen der Verpflegung in fester und flüssiger Form, aber auch der Baumaterialien, Werkzeuge und sonstigen nützlichen Dingen wird hierdurch wesentlich erleichtert.


Die Winter Ries-Hütte

Im Winter kann man, ausgestattet mit guten Winterreifen und Schneeketten, bis zum letzten Bauern mit dem Auto fahren. Dort sucht man sich einen Parkplatz, der andere Hüttennachbarn nicht behindert und macht sich an den manchmal sehr anstrengenden Anstieg, oftmals durch hüfthohen Schnee. Schneeschuhe sind da eine sinnvolle Ausrüstung. Es wurde bislang noch jedem ganz schön warm dabei. Mit einem selbstgebrannten "Rosa-Obstler" von der Bäuerin, wird dann in der noch kalten Hütte die Schufterei belohnt.

© by jhoerner

Der Blick von der Hüttentüre nach Süden zeigt die "Obere" Pletzach-Hütte. Nachdem die Ankunfts-Aktivitäten wie
- Lüften,
- Anheizen und
- Begrüßungs-Obstler trinken,
erledigt sind, wird Ausschau gehalten, ob unsere Nachbarn auch da sind. Die fleißigen Leute aus Südost-Bayern, von der Oberen Pletzach-Hütte sind im Laufe der Jahre unsere besten Bergfreunde geworden.
Wir sitzen gerne bei einem Gläschen zusammen und haben uns jede Menge zu erzählen und unternehmen auch gemeinsame Wanderungen.

© by Juergen Hoerner 2003

© jhoerner_2005
Ries-Hütte mit Hausmusik

Wenn einmal im Jahr die Töginger Swing Dobs die Ries besuchen, gibt es ein Wochenende lang Haus-Musik.
Mittlerweile hat sich dieses Wochende schon zum schönen Brauch entwickelt.
Nun erweist sich die direkte Anfahrt bis zur Hütte als warer Segen. Da müssenn die hierfür reichlich benötigten Getränke (und Instrumente) nicht weit getragen zu werden.
Für 2012 ist der 06.-08. Juli angepeilt.


© by Juergen Hoerner 2003 © by Juergen Hoerner 2005


Und so ist's innen drinnen
Als Christl und ich vor fast 23 Jahren die 300 Jahre alte Hütte (das Alter hat mir der Bauer Peter genannt) übernahmen, war allerhand Fleiß, handwerkliches Geschick und die Hilfe von guten Freunden notwendig, um diese für unsere Bedürfnisse her- und einzurichten.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an alle, die uns so ausdauernd geholfen haben.

Um unsere leiblichen Bedürfnisse befriedigen zu können, machten wir uns zu allererst über die Küche her.
© by Juergen Hoerner 2002 Die Einrichtung ist einfach und zweckmäßig.

Am Anfang wurde das benötigte Wasser vom nahe vorbeifließenden Bach geholt. Das Abwasser mußte mühsam in Richtung Misthaufen getragen werden.
Mittlerweile gibt es fließend Kaltwasser (reines Quellwasser) nebst Abfluß in der Küche. Unser ganzer Stolz aber ist, ein von kaltem Quellwasser durchflossener Kühlschrank.
Ganz Öko.
Im Sommer gibt es sogar Warmwasser zum Freiland-Duschen.
Zur Beleuchtung verwenden wir neben Solarstrom immer noch das angenehme und gleichzeitig auch wärmende Gaslicht.

© by Juergen Hoerner 2002 Kochen auf einem alten, mit Holz und Kohlen befeuerten Küchenherd ist wegen der ungleichmäßigen Temperaturen nicht ganz einfach und will gelernt sein.
Der Duft eines im Rohr zubereiteten Schweinsbratens oder einer Ente ört zu den besonderen Hüttenerlebnissen.
Mit oftmals bescheidenen Mitteln wurden von Christl schon Essen gezaubert, die haben bei so manchem Genießer Pfützchen auf der Zunge erzeugt.
Ab und zu bekocht uns die Bäuerin mit Zillertaler Krapfen, der Nationalspeise im Zillertal. Deftig, deftig - aber köstlich und nicht nur für de Mander!

Ein ziemlicher Brocken war der Kachelofen. Ursprünglich so konstruiert, dass das Schürloch gleichzeitig als Rauchabzug fungierte. Der Rauch verteilt sich dann gleichmäßig an der Hüttendecke. Wenn alle husten kommt keine Gemütlich auf. Abhilfe war also dringend notwendig.
Der Bauer und ich zogen den Kamin hoch, ein befreundeter Ofensetzer aus dem Zillertal mauerte uns dann einen Grundofen.
Dieser wird in der Landessprache auch Gaulofen genannt.
Für Kenner die sparsamste und doch effektivste Art mit einem Kachelofen zu heizen um gesunde und wohlige Wärme in der Hütte zu haben.
© by Jürgen Hoerner

© by Jürgen Hoerner 2006 In der urgemütlichen, nur 9qm grossen Stube, haben wir schon so manch rustikalen Abend erlebt, dazu eine (selten mehr) gute Flasche Wein getrunken und uns viel erzählt. Ob Uli Fern-Reiseberichte abliefert, Franz etwas über's Fliegen erzählt, Ottmar und ich uns mal wieder über Bill Gates nicht einig werden oder alle ausser mir sich mal wieder über die ach so miese Arbeit auslassen.
Hier kommt jeder reichlich zu Wort.
Einen Ferseher hat hier noch niemand vermisst.
© by Jürgen Hoerner Eine kleine, mit Solarstrom betriebene Stereoanlage liefert für alle den gewünschten Sound.
Mal Volksmusik, mal harten Rock oder Country und ab und zu auch klassisches. Sehr gerne legen wir auch mal einen Spiele-Abend ein.
Einer ist dann halt immer der Luser und meistens trifft es mich. Doch mit Humor geht alles.
Nach einem guten Bauernstamperl ist alles wieder gut.

Für 5 - 6 Leute ist auf der Ries bequem Platz zum Schlafen. Zur Not ist in der Stube die breite Bank noch als Bett nutzbar.
Da die Nächte machmal ohnehin nicht sehr lange sind, wird schon mal heftig und schnell gesägt. Ohropax ist dann für manche die einzige Rettung.
Im Sommer wird man von Peter's Kühen in den Schlaf gebimmelt und am Morgen genauso geweckt.
Einfach almerisch.
© by Reiner Ginko

(c) hoejue So lange die Sonne scheint ist die Veranda vor der Hütte das Zentrum allen Geschehens.
Der freie Blick, hinüber zum Riffler oder zur Rosenalm ist traumhaft. Der Ort Aschau liegt zum Greifen nahe. Unser Schran-Bach singt sein immerwährendes Lied und die Vögel stimmen im Chor mit ein.
Bei soviel Natur braucht es eine gute Kost, aber diese Geschichte kennen wir nun schon.....

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